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 USA 2012 - Reisebericht mal anders 
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Beitrag USA 2012 - Reisebericht mal anders
USA 2012

Vorbemerkung:

Dieser Bericht soll in erster Linie nicht die Schönheit der Landschaften oder die touristischen Highlights beschreiben, diese wurden sicherlich schon zigmal abgehandelt. Vielmehr soll beschrieben werden, wie es uns, die fast auf eigne Faust losgezogen sind, ergangen ist. Vielleicht sind auch einige brauchbare Hinweise und Anregungen für andere dabei.
Im Internet sind jede Menge Informationen abrufbar. Beispielsweise sollte man sich anhand der Homepages der Airports über die örtlichen Gegebenheiten informieren. Die angesprochenen Terminals beziehen sich nur auf Lufthansa und United Airlines und können bei anderen Gesellschaften abweichen.

Teil 1 - die Einreise

Am 03.06.2012 war es endlich soweit. Die Boing 747-400 der United Airlines hob mit ca. 1-stündiger Verspätung vom Flughafen Frankfurt in Richtung Chicago ab. Unser gebuchter Lufthansaflug entpuppte sich, als wir die Reiseunterlagen in Händen hielten, zwar als Lufthansa-Flugnummer, wurde aber eben von der UA durchgeführt, die ebenso wie die Lufthansa, Mitglied in der Luftfahrtvereinigung “Star Alliance” ist. Als erst einmal der Start hinter uns lag, die ersten Getränke serviert wurden und sich der Service als gut erwies, besserte sich unsere Stimmung zusehends.

Zusammen mit unseren Ehefrauen hatten mein Nachbar und ambitionierter Yamahafanatiker sowie meine Wenigkeit schon lange geplant, den amerikanischen Westen zu bereisen. Die “Besseren Hälften” sollten dabei mit einem SUV als “Begleitfahrzeug” und wir natürlich mit Harleys unterwegs sein.
Anfang 2011 ließen wir uns von einem auf Motorradreisen spezialisierten Reiseunternehmer für eine 14-tägige Reise ein unverbindliches Angebot machen. Die Tour sollte ohne Guide stattfinden, da für eine geführte Tour mit ca. 7.000 € zuzüglich Sprit- und Verpflegungskosten, insgesamt somit über 8.000 € für zwei Personen zu veranschlagen gewesen wären. Auf eigene Faust loszuziehen, und nur ein "Grundgerüst" zu buchen, bedeutete eine nicht geringe finanzielle Entlastung.
Die Route sollte ausgehend von Las Vegas rund um den Grand Canyon und dann durch das Death Valley nach Norden über den Yosemite Nationalpark nach San Francisco und schließlich nach Los Angeles führen. Natürlich sollten die legendäre Route 66 und der nicht weniger bekannte Pacific Coast Highway 1 mit eingebunden werden. Als östlichster Punkt der Reise war das Monument Valley angedacht.

Als es Ende 2011 endlich soweit war, die Sache fix zu machen, schauten wir ziemlich blöd aus der Wäsche, als uns offenbart wurde, dass der ursprünglich günstige Preis nicht mehr zu halten war. Offenbar hatte uns die Eurokrise voll erwischt und zudem eine ungünstigere Reisezeit zu steigenden Flugkosten geführt. Um unser Budget nicht vollends aus dem Ruder laufen zu lassen, mussten Einschränkungen gemacht werden. Schließlich wurde entschieden, nur in der zweiten Woche, also nach der Runde um den Grand Canyon, Harleys anzumieten und die erste Woche zusammen mit unseren Frauen im SUV abzuspulen. Anfangs war dies zwar ärgerlich, da wir die Route 66 nicht mit dem Motorrad befahren konnten, im nachhinein betrachtet aber halb so schlimm.

Aber noch lagen ca. 9 Stunden Flug nach Chicago O´Hare vor uns. Dort mussten wir einen Anschlussflug nach Las Vegas erreichen. Dazu hatten wir nach dem verspäteten Abflug keine drei Stunden, sondern nur noch zwei Stunden Zeit. Würde das reichen, die Einreiseformalitäten zu erledigen und vom Terminal 5 zum Inlandsterminal 1 zu kommen? Der Pilot der UA hat sich mächtig ins Zeug gelegt und uns schließlich bei der Ankunft über eine halbe Stunde der verlorenen Zeit wieder hereingeholt. Wir lagen somit fast im Zeitplan und hatten fast die ursprünglichen drei Stunden, um den Immigration Counter und den Zoll hinter uns zu bringen und den Anschlussflug zu erreichen.

Um es vorwegzunehmen, das ganze funktionierte weitaus reibungsloser als angenommen. Gleich nach der Ankunft in Chicago erfolgte schon mal kurz nach dem Verlassen der Maschine eine erste Passkontrolle. Danach ging es durch endlos scheinende Gänge Richtung Immigration Officer. Auf dem Weg dorthin locken einen nach einem über 8-stündigen Flug natürlich die Restrooms. Man sollte aber tunlichst sein “Geschäft” schon im Flugzeug erledigt haben, wenn man unter Zeitdruck steht und einen Connecting Flight erwischen muss. Sonst wälzen sich nicht nur die übrigen Mitreisenden, sondern evtl. auch die Fluggäste zeitgleich gelandeter Maschinen an einem vorbei. Die stehen dann natürlich vor einem in der Schlange.

Im Schalterbereich angekommen, standen Flughafenmitarbeiter und wiesen, soviel ich mitbekommen habe, den Reisenden, die einen weiterführenden Flug außerhalb der USA hatten, den Weg. Übrig blieben die Citizens und die Non-Citizens, die in die USA einreisen wollten. Hierfür standen separate Schalter zur Verfügung. Vor uns standen schon etwa 100 Personen an. Innerhalb kurzer Zeit standen in der Reihe hinter uns etwa 150 bis 200 weitere Leute, wir hatten es also noch gut erwischt. Für den reibungslosen Ablauf sorgten wieder Flughafenmitarbeiter, die vorab schauten, ob die Einreisedokumente vollständig waren (für uns Pass und ESTA). Sie verteilten die Leute auch auf die einzelnen Schalter. Dort wurden Fingerabdrücke eingescannt und ein Foto gemacht. Der Officer wollte von uns nichts wissen und wünschte uns nur einen angenehmen Aufenthalt in den USA. Alles in allem hatten wir von der Landung bis jetzt ca. eine Stunde gebraucht.

Übrigens ist in diesem Bereich Fotografierverbot, worauf Hinweisschilder deutlich aufmerksam machen. Ein junges Pärchen hatte wohl mit dem Handy einige Fotos geschossen, worauf ein Officer aus seinem Schalter herausgetobt kam. Er baute sich vor den Wartenden auf und zitierte die beiden mit scharfen Ton zu sich. Etwa so, wie man es aus Filmen über die US-Army kennt. Dann putzte er die zu zwei Häufchen Elend mutierten Passagiere runter und ließ sich die Fotos mit den wiederholten Worten “Show me the next” zeigen. Welcome in America!

Die erste Hürde war also genommen. Gleich hinter den Schaltern befinden sich praktischerweise die Gepäckbänder (Baggage claims). Monitore zeigen Flugnummer und das dazugehöriges Band. Unser Gepäck stand schon neben dem Band, weil das Gepäck eines anderen Fluges schon die Runde drehte. Die Immigration Schalter im Rücken befindet sich rechter Hand in einer Ecke der Halle der Ausgang und das unscheinbare Stehpult des Zolls (Customs). Im Vorbeigehen gaben wir bei den beiden Herren die Zollerklärung (eine pro “Familie“), die bereits im Flugzeug ausgefüllt wurde. Durch einen weiteren kurzen Gang kamen wir zu Schaltern der United Airlines, bei denen unsere Gepäck wieder auf ein Band zum Weitertransport nach Las Vegas gelegt wurde. Mitarbeiter der Fluglinie halfen, damit alles in Ordnung ging. Das war´s. Nur noch ein kurzes Stück und wir waren im Ausgangsbereich. Eine Treppe führte dort nach oben in den ersten Stock zum ATS (Airport Transit System). Das ist eine Bahn, welch die einzelnen Terminals miteinander verbindet. Innerhalb weniger Minuten hatten wir dann auf unkomplizierte Weise das (Inlands)Terminal 1 erreicht. Dort folgt man einfach den Hinweisschildern zu seinem Abfluggate. Die Boardingkarte für den Anschlussflug mit allen wichtigen Daten erhielten wir bereits in Frankfurt beim Einchecken. Da wir den Sicherheitsbereich verlassen hatten, war wiederum, wie schon in Frankfurt, das durchqueren der Sicherheitsschleuse erforderlich. Die Kollegen in Chicago nahmen es dabei besonders genau. Man musste nämlich, anders als in Frankfurt, die Schuhe ausziehen, die ebenfalls durchleuchtet wurden. Also Füße vor dem Abflug waschen und Socken ohne Löcher anziehen.
Durch einen Tunnel, dem Concourse, gelangten wir schließlich zur Abflughalle und unserem Gate. Insgesamt hatten wir etwa 1 ½ bis 1 ¾ Stunden gebraucht, wobei wir uns auch noch mit Getränken und Verpflegung an einem der vorhandenen Imbißständen eindeckten. Vier Stunden später waren wir dann in Las Vegas (Ortszeit 20.12 Uhr). Dort sollte sich die Tatsache, dass es Sonntag war, als Vorteil erweisen.
Ohne Gedränge und Hetze konnten wir uns wiederum zu einem ATS begeben, das uns vom Terminal 1 - D Gates zum Baggage Claim brachte. Das Gepäck bekommt man also nicht direkt in der Ankunftshalle sondern in einem anderen Gebäude! Flugnummer und Band werden wiederum über Monitore angezeigt.

Übrigens, schon in Frankfurt hatten wir an der Anzeige gelesen, dass ein Direktflug um 12.15 Uhr, durchgeführt von der Condor, nach Las Vegas abging. Ankunft ca. 15.00 Uhr Ortszeit, Ersparnis ca. 5 Stunden.


Unser Gepäck in Händen, begaben wir uns zum Ausgang. Wenn man einem Mietwagen gemietet hat, folgt man einfach dem Hinweisschild zum Shuttlebus der zum “Rent-a-Car-Center” fährt. Dort sind alle großen Vermieter zentral untergebracht. Der Transport ist gut von Mitarbeitern, die vor Ort sind, organisiert. Wir hatten einen Wagen bei Alamo bereits von Deutschland aus gemietet. Ohne Wartezeit am Schalter wurden die Formalitäten erledigt. Dann ging es zu den Fahrzeugen, die direkt am Büro- und Schaltergebäude geparkt sind. Ein Mitarbeiter deutete auf ein Reihe von Autos der von uns gewählten Fahrzeugklasse und meinte: “Sucht euch einen aus, die Schlüssel stecken“. Beim Verlassen des Geländes wird noch das Fahrzeug mittels Barcode eingescannt, das war`s. Um ca. 20.45 Uhr waren wir schon über den "Strip" auf dem Weg zum Hotel. Als wir das Fahrzeug nach einer Woche wegen eines Elektronikfehlers tauschen mussten, wurde dies ebenso unbürokratisch erledigt. Innerhalb von 10 Minuten stand ein “upgegradeter” Ford Explorer Limited mit Lederausstattung, wahrscheinlich als Kompensation für die zusätzlichen Umstände, bereit.

Um es vorweg zunehmen, auch die Abgabe später in Los Angeles erfolgte reibungslos. Erstaunlich wie viele Fahrzeuge innerhalb kürzester Zeit abgegeben wurden. Der Mitarbeiter scannte das Fahrzeug ein, schaute kurz auf den Kilometerstand und die Tankanzeige, ging um´s Fahrzeug und ließ dann den Schlüssel auf das Armaturenbrett legen. Das dauerte keine 3 Minuten. Gleich neben der Fahrzeugabgabe stehen Shuttlebusse zum Airport. Mitarbeiter von Alamo bzw. National organisieren alles. Bei uns ist der Fahrer durch den Bus gegangen und hat jeden gefragt, zu welchem Terminal er muss - keine Probleme.

Noch ein Hinweis: Man sollte unbedingt ein Navi mitordern. Das leistete uns nicht nur in den Großstädten, sondern auch beim Auffinden unserer Motels auf dem “Land” gute Dienste.

Als Fortsetzungen folgt - vielleicht:
Das Anmieten des Motorrads
Tanken in den USA
Hotels und Motels
Streckeneinteilung
Lost in Los Angeles


24. Jun 2012 17:58
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Moin Kalle,
ich finde Deinen Bericht sehr interessant und bin gespannt auf den 2. Teil.
Weiter so.
Gruß
Otto


12. Jul 2012 07:33
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Zweiter Teil, zweiter Teil, zweiter Teil... [smilie=party_7.gif]


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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Zugabe, Zugabe......
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Gruss Thomas


14. Jul 2012 11:17
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Klasse Bericht,würde auch gern den 2Teil lesen.

Mfg.Mario

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Wer vor der Kurve nicht bremsen muss, war auf der Geraden zu langsam.


20. Jul 2012 17:48
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
was ...wie ...wo.....

























ist der 2te Teil!!!!

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Grüße

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20. Jul 2012 21:12
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Klasse! Bild

Micha... wartet auf die FortsetzungBild.


21. Jul 2012 04:53
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Hallo ihr da draußen,

ich muss das ganze Konzept noch etwas ändern (Worddokument) und noch mit einigen Bildern aufpeppen. Werde es dann komplett einstellen.

Servus

Kalle W.


29. Jul 2012 18:47
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Beitrag Re: USA 2012 - Reisebericht mal anders
Vielleicht solltest Du es dann als PDF einstellen, wenn es fertig ist...
Nur so eine Idee

Gruß Micha
(warte auch schon gespannt, einige Einreiseerfahrungen decken sich mit meinen, da sind die Amis ganz schön penibel und auch arrogant)

_________________
Gruß
Micha

Man kann sich den ganzen Tag ärgern, aber verpflichtet ist man dazu nicht.

Old's Cool 😎


30. Jul 2012 10:43
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